PRAUNHEIM MEMOIRES

D, 2014, 82 Min., FSK 0

ein Film von Rosa von Praunheim

unter Mitarbeit von Oliver Adam Kusio

 

 
 

PRAUNHEIM MEMOIRES

D, 2014, 82 Min., FSK 0

ein Film von Rosa von Praunheim

unter Mitarbeit von Oliver Adam Kusio

 

Inhalt

 

Synopsis

Die Frankfurter Wurzeln Rosa von Praunheims stecken schon in seinem Namen. Mit Praunheim Memoires setzt er seiner Herkunft ein filmisches Denkmal, ein äußerst lebendiges und unterhaltsames. Der Film ist zugleich Einführung in die Lebensgeschichte und das künstlerische Universum des Filmemachers, Gesellschaftsgeschichte der Stadt und ein spannender Blick auf ihre Gegenwart.


Inhalt

Wie kam Holger nach Praunheim und wann wurde er zu Rosa von Praunheim? Holger kam mit seinen Eltern 1954 im Alter von 12 Jahren nach Frankfurt am Main. Die Eltern fanden im Stadtteil Praunheim, nach ihrer Flucht aus der DDR, ein neues Zuhause. Holger ging auf das Wöhler Gymnasium, wo er seine erste Regiearbeit, die Metamorphosen von Ovid „Phyrramus et Thisbe“, inszenierte. Er war ein schlechter Schüler, nur sein Deutschlehrer Heinz Nickel mochte ihn. Im Film besucht er den heute 86jährigen und bedankt sich bei ihm. Holger schrieb schon früh Gedichte und malte beeinflusst vom deutschen Expressionismus und den „absurden“ französischen Schriftstellern. Rosa besucht die Witwe seines besten Malerfreundes Marek aus der Jugendzeit. Im Jahre 2013 wurde Rosa von der Hochschule für Gestaltung in Offenbach eingeladen, um als ehemaliger Student einen Vortrag zu halten. Hier hatte Holger seinen ersten Sex mit einem Mann und hier lernte er fantasievolle Frauen kennen. Die Mitglieder der Offenbacher Kultband „Baby of Control“ tauchen in Rosas Vergangenheit ein und stellen Szenen nach. Der Höhepunkt von „Praunheim Memoires“ ist die Liebesgeschichte von Holger zu Nora Gräfin Stolberg zu Stolberg, seiner mütterlichen Freundin, die er mit 17 Jahren in Praunheim kennenlernte und mit der er ein Leben lang verbunden blieb. Nora gab ihm den Mut, zu „Rosa“ zu werden, zu dem zu stehen, was er ist und wen er liebt. Der Hessische Rundfunk war es, der 1968 den ersten Kurzfilm „Von Rosa von Praunheim“ kaufte und somit den Grundstein für seine Filmkarriere legte. Mitte der 70er Jahre produzierte der HR einen dreistündigen Film von Rosa „Der 24. Stock“ über das Leben in einer Frankfurter Stadtrandsiedlung. Rosa besucht die HR-Redakteurin Esther Schapira, die weitere Filme von Rosa mitproduziert hat und auch für „Praunheim Memoires“ verantwortlich ist. Bei einem Besuch im Stadtmuseum erfährt Rosa, dass das Adelsgeschlecht von Praunheim keine Erfindung von Rosa ist, sondern aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Ritter von Praunheim besaßen in Praunheim eine Burg. Wolfram I. von Praunheim wurde später der erste Reichsschultheiss von Frankfurt am Main. Besonders dankbar ist Rosa, dass der Männerchor Praunheim eine Hymne von Rosa für den Film eingesungen hat. So hofft Rosa, dass Praunheim unsterblich wird.

 

Stabliste

Stabliste

 

BUCH, REGIE, PRODUKTION

Rosa von Praunheim

unter Mitarbeit von

Oliver Adam Kusio

KAMERA

Matthias Lawetzky, Nina Werth, Dennis Pauls

TON

Yaschar Scheyda, Holger Pridemuth, Marco Russo, David Sarno

SCHNITT

Rosa von Praunheim

POSTPRODUKTION

Mike Shephard

MUSIK

Babies of Control, Andreas Wolter

PRODUKTIONSLEITUNG

Oliver Adam Kusio, Markus Tiarks

HERSTELLUNGSLEITUNG

Martin Kruppe

mit

 

David Gonter, Rotraut Pape, Robert Schittko, Maria Anisimowa

REDAKTION

Georg Hafner, HR - Esther Schapira, HR

Hergestellt von Rosa von Praunheim Filmproduktion in Koproduktion mit Strandfilm im Auftrag des HR gefördert von der Hessischen Filmförderung

 

Pressestimmen

Pressestimmen

Rosa von Praunheim und eine Jugend in Praunheim

Der Film „Praunheim Memoires” erzählt von den Erinnerungen von Rosa von Praunheim und ist eine Reminiszenz an den Ort, wo der Maler, Tänzer, Filmemacher und Schwulenaktivist seine Jugend verbrachte. Sonntag hat der Film Premiere in der Volksbühne.

Pusteblumen im Sommerwind, saftig die Wiese, der Himmel so blau, ein Bild wie aus Liedern vom Schnitter Tod: „Es ging ein Maidlein zarte wohl durch das grüne Gras“. Hier aber ist es ein Junge, nicht weniger zart, der durch das Gras geht und dichtet: „Es weinen leise die Schleie. Im Garten wächst Mangold und Kleie. Der Specht kommt vorbei, vorhin sang er: ,Tirilei’. Der Pächter erschrak im Sarg, wo er mit der Biene lag. Es summt die Biene im Sarg. Das Mahl ist sehr karg, sehr karg“. Holger Mischwitzky hieß der Junge, der damals, vor mehr als fünfzig Jahren, durch die Wiesen schlich. „In der Einsamkeit von Praunheim träumte ich, ein großer Künstler zu werden“, sagt Rosa von Praunheim, wie Holger Mischwitzky sich seit langem nennt.

„Praunheim Memoires“ heißt sein neuester Dokumentarfilm. Bereits der Titel spielt mit der Tatsache, dass Praunheim, ein Stadtteil von Frankfurt am Main, heute eher als Nachname eines ebenso schöpferischen wie tumultverliebten Künstlers bekannt ist und weniger als Ortsbezeichnung. „Praunheim Memoires“ sind nämlich ebenso sehr Erinnerungen von Rosa von Praunheim wie sie Erinnerungen an Praunheim sind, wo der Maler, Tänzer, Filmemacher und Schwulenaktivist seine Jugend verbrachte. „Hier küsste ich die Gabi, hier küsste ich den Klaus“, singt die Band Baby of Control im Praunheim-Lied, das sich durch den ganzen schönen Film schlängelt.

Lackhütchen auf dem Kopf

Die Gabi war Gabi Spielhagen, die er beim Tanzen küsste in jenem Jugendclub, den Hans Jürgen Zaborowski, ihr Mitschüler vom Wöhler-Gymnasium, damals betrieb. Der Klaus hieß wohl eher Dirk und war der Kommilitone von der Werkkunstschule Offenbach sowie der erste Mann, mit dem Holger im Bett war, um nicht bloß zu schlafen. Rosa von Praunheim, mit Lackhütchen auf dem Kopf und Karohemd überm T-Shirt, besucht alte Freunde und trifft auch Hans Nickel, seinen Deutschlehrer, um ihm zu danken: „Sie waren der einzige Lehrer, der mich gelobt hat. Sie haben mir Mut gemacht“. Überhaupt ist der ganze Film ein großer Dank – besonders an Nora Gräfin Stollberg zu Stollberg, Tochter eines jüdischen Vaters, der unter den Nazis umkam, für Praunheim eine beflügelnde Freundin in seiner Entwicklung als Künstler und Mann. Als sich Praunheim gemeinsam mit dem Filmregisseur Cyril Tuschi, Noras Enkel, Bilder aus den letzten Lebenstagen der inzwischen verstorbenen Frau anschaut, bricht er in Tränen aus.

Weltgewichtigkeitsanspruch

Rosa von Praunheim schämt sich dafür nicht. Er schämt sich überhaupt für nichts, was er ist und einmal war; nicht für den Dilettantismus seiner frühen Filme, diese Bilder aus der Pubertät der Bundesrepublik; nicht für die Attitüde des Ich-Schmerzes mit Weltwichtigkeitsanspruch in seinen holprigen Versen. Aber diese Schamlosigkeit ist nur noch Ehrlichkeit gegen sich selbst. Sie hat das Übergriffige verloren und will nicht verletzen.

Mit Sympathie blickt Praunheim auf das Scheunenfest mit Bierzelt, Feuerwehrverein, Männer- und Kinderchor im Praunheim von heute. Die Zeit der Spießerhetze ist vorbei. Als er die Lehrerin fragt, die jetzt in der Wohnung seiner Eltern lebt, ob es hier „viel Kontrolle“ durch die Nachbarn gebe, antwortet sie, diese Aufmerksamkeit sei ihr nicht unangenehm. Und Praunheim lässt es respektvoll stehen. Er glaubt wohl nicht mehr, als „linker Schwuler“ – wie er sich vor 40 Jahren sah – prinzipiell den Lebensentwürfen einer Mehrheitskultur überlegen zu sein, auch wenn er Minderheiten noch immer ermuntert, ihr Leben selbst zu gestalten. Als Film der Dankbarkeit markiert „Praunheim Memoires“ eine neue Stufe des Emanzipationsdiskurses: Wirklich frei sind wir erst, wenn wir auch den Zwang abschütteln, uns von unserer Herkunft distanzieren zu müssen.

Von Jan Brachmann, Berliner Zeitung

 

Regisseur

 

Biografie

Als Holger Mischwitzky 1942 in Riga, Lettland, geboren. Aufgewachsen in der DDR am Rande von Berlin in Teltow-Seehof. 1953 mussten die Eltern flüchten und siedelten sich über Umwegen in Frankfurt am Main an, wo wir im Stadtteil Praunheim wohnten. Auf dem humanistischen Wöhlergymnasium machte ich meine erste Theaterinszenierung in lateinischer Sprache. Durch den häufigen Schulwechsel brachte ich es aber nicht weit und verließ vor der Mittleren Reife die Schule, wechselte zur Kunstschule Offenbach für ein Jahr. Dann wurde ich auf der Hochschule für bildende Künstle Berlin in die Abteilung Freie Malereiaufgenommen. Hier studierte ich Anfang der sechziger Jahre, ging aber vor einem Abschluss ab. 1967 entstand mein erstes Buch und auch mein erster Kurzfilm Von Rosa von Praunheim. Durch den Verkauf des Films an den Hessischen Rundfunk konnte ich weitere Filme produzieren. 1968 bekam ich für meinen zweiten Kurzfilm Rosa Arbeiter auf goldener Straße Preise und wurde schnell bekannt. 1970 drehte ich drei größere Filme, darunter Die Bettwurst, die bis heute ein Kultfilm ist und Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt, mit dem ich die neue deutsche Schwulenbewegung mitbegründete. Durch den Skandal, den dieser Film auslöste wurde ich berühmt und berüchtigt. Bis heute habe ich über 70 Filme gedreht.

 

Festivals

 

Festivals

Lichter Filmfestival Frankfurt an Main - 2014

 

Kinotermine


 

KINOTERMINE - PREVIEWs & PREMIERE - FILMGESPRÄCHE

 

Kinostart: 08.01.2015

 

Premiere

am 04.01.2015  -  BERLIN -  Volksbühne

 

um 19.00 Uhr im Anwesenheit von Rosa von Praunheim + Konzert BABY OF CONTROL

 

am 08.01.2015  -  OFFENBACH -  Hafen 2

 

um 20.00 Uhr im Anwesenheit von Rosa von Praunheim + Konzert BABY OF CONTROL

 

 

BERLIN

08.01. - 14.01.2015 Ladenkino

08.01- - 14.01.2015 Babylon Mitte

am 18.01.2015 Bundesplatzkino um 15.30 Uhr im Anwesenheit von Rosa von Praunheim

am 25.01.2015 Bundesplatzkino um 15.30

FRANKFURT A.M.

15.01. - 21.01.2015 Mal Seh'n Kino

 

HANNOVER

19.02. - 24.02.2015 Kino im Künstlerhaus

 

IDSTEIN

am 22.06.2015 Taunus Kino Center

 

KÖLN

08.01. - 14.01.2015 Filmhaus

 

LEIPZIG

12.02. - 18.02.2015 Kinobar Prager Frühling

 

MAGDEBURG

15.01. - 28.01.2015 ARTist! Moritzhof - Kino

 

NEUSTRELITZ

24.03. - 26.03.2016 fabrik.kino

 

NÜRNBERG

11. - 14.06.2015 Casablanca

 

ZÜRICH - CH

01., 08., 15., 22.11.2015 Xenix

 

Downloads

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