AUS DEM ABSEITS

Regie: Simon Brückner

D 2015, 112 Min., FSK: ohne Altersbeschränkung

 

Synopsis

AUS DEM ABSEITS ist ein Dokumentarfilm über den Sozialpsychologen Peter Brückner, dessen Leben von Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht geprägt war - mit den Nazis, der sowjetischen Administration im geteilten Deutschland und den Behörden der Bundesrepublik. In den 1970er Jahren wird Brückner zu einer Symbolfigur der Westdeutschen Protestbewegung. Dreißig Jahre später begibt sich sein jüngster Sohn Simon auf die Suche nach seinem Vater und findet und erfindet eine Persönlichkeit mit multiplen Geheimnissen. Sein Film zeigt die Stationen des zuweilen abschüssigen Weges, den sein Vater gegangen ist: als privater und politischer Mensch. Und er öffnet durch diesen persönlichen Zugang den Blick auf ein Stück "abseitiger", verschwiegener Geschichte Deutschlands.

 

   

 

AUS DEM ABSEITS

Regie: Simon Brückner

D 2015, 112 Min., FSK: ohne Altersbeschränkung

 

Synopsis

AUS DEM ABSEITS ist ein Dokumentarfilm über den Sozialpsychologen Peter Brückner, dessen Leben von Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht geprägt war - mit den Nazis, der sowjetischen Administration im geteilten Deutschland und den Behörden der Bundesrepublik. In den 1970er Jahren wird Brückner zu einer Symbolfigur der Westdeutschen Protestbewegung. Dreißig Jahre später begibt sich sein jüngster Sohn Simon auf die Suche nach seinem Vater und findet und erfindet eine Persönlichkeit mit multiplen Geheimnissen. Sein Film zeigt die Stationen des zuweilen abschüssigen Weges, den sein Vater gegangen ist: als privater und politischer Mensch. Und er öffnet durch diesen persönlichen Zugang den Blick auf ein Stück "abseitiger", verschwiegener Geschichte Deutschlands.

Inhalt

Inhalt

Vieles ist der Psychologe Peter Brückner Zeit seines Lebens gewesen: ‘Halbjude’ und Ausreißer, Untergrundaktivist und Wehrmachtssoldat, Kommunist mit Parteiverbot, Vater und Familienflüchtling, Demokrat und Verfassungsfeind, erster verbeamteter Hochschullehrer mit Berufsverbot. 1982 starb der von der Protestgeneration der 1968er geliebte Gelehrte und mit ihm seine eigenwillige Sozialpsychologie der Befreiung. Sein jüngster Sohn Simon war damals vier Jahre alt. Dreißig Jahre später sucht er als Filmemacher nach seinem Vater und findet und erfindet eine Persönlichkeit mit multiplen Geheimnissen. Der Film nähert sich seiner Zentralfigur in kleinen Schritten und großen Bögen, den Zeitstrahl dabei souverän ignorierend; er lockt den Zuschauer durch eine ungewöhnlich dichte und mehrschichtige Erzählweise ebenso wie durch seinen feinen Humor und die unbeantwortbare Frage nach der Essenz eines vergangenen Lebens. Es ist ein wenig wie bei einem Zauberkunststück: Der Mensch Peter Brückner tritt hervor, um im nächsten Augenblick wieder zu verschwinden und dann erneut dort wieder aufzutauchen, wo man es nicht erwartet hat.

Das Lebensbild „Aus dem Abseits“ zeichnet nicht nur Brüche, Fluchten und „public happiness“ eines Linksintellektuellen aus dem 20. Jahrhundert nach, sondern auch die Zerstörungen und Aufbrüche dieses Jahrhunderts – getreu der Devise Peter Brückners, dass es für den einzelnen darauf ankomme, Geschichte und Lebensgeschichte in Einklang zu bringen. Simon Brückner zeigt die Stationen des zuweilen abschüssigen Weges, den sein Vater gegangen ist: als privater und politischer Mensch. Und er öffnet durch seinen persönlichen Zugang zugleich den Blick auf ein Stück „abseitiger“, verschwiegener Geschichte Deutschlands. Es entsteht das filmische Hologramm eines Provokateurs und Selbstdenkers, der in Deutschland zwangsläufig lebenslang anecken musste. Eines Menschen, der trotz seiner Sehnsucht nach Geborgenheit auf der Suche nach Freiheit war. Einer Freiheit, die stets ihren Preis hatte.

 

Credits

Stabliste

Regie

Simon Brückner

Buch

Simon Brückner, Sebastian Winkels

Kamera

Isabell Casez

Ton

Raimund von Scheibner

Schnitt

Sebastian Winkels

Produzent

Susann Schimk, Jörg Trentmann

Redaktion

Udo Bremer, ZDF/3sat; Rolf Bergmann, rbb

gefördert von

Hessische Filmförderung, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, BKM, DEFA-Stiftung

 

Pressestimmen

Pressestimmen

Biografie

Biografie

 

SIMON BRÜCKNER

Simon Brückner wird 1978 in Eckernförde geboren. Nach dem Abitur arbeitet er in verschiedenen Gewerken bei Film- und Fernsehproduktionen. Als freier Autor schreibt er für die Feature- und Bildungsredaktionen des Deutschlandfunks und SWR-Hörfunks. Sein Kurzfilm „Am Arsch der Welt“ wird auf Festivals mehrfach ausgezeichnet. 2001 wird er Initiator der selbstorganisierten Filmschule filmArche in Berlin und ist dort bis 2005 im Vorstand tätig. 2007 schließt er dort den dreijährigen Lehrgang Filmregie mit dem abendfüllenden Dokumentarfilm „Schöne blonde Augen“ (TV-Ausstrahlung im NDR) ab. An der Humboldt-Universität studiert er Kulturwissenschaft und betreibt parallel dazu mit zwei Partnern die Medienproduktionsfirma Elementarfilm. Neben dem Filmemachen arbeitet er heute als Autor, Dramaturg und Dozent. 2013 schließt er, gemeinsam mit der Berliner credo:film, 3sat und rbb, seinen zweiten abendfüllenden Dokumentarfilm ab: Aus dem Abseits.

Interview

Directors Note

 

Ich habe filmische Ausgrabungen unternommen, um die Distanz zu meinem Vater zu verringern – einem Menschen, an den ich kaum noch eigene Erinnerungen habe. Was mir dabei in die Hände fiel, war viel weniger und viel mehr, als der Mensch, der mein Vater gewesen einmal ist: Ein feines Maschenwerk von Erinnerungen, Gefühlen, Beziehungen, Lebensabschnitten und historischen Wegmarken. Ein Netz, das mich mit meiner Familie ebenso verbindet wie mit deutscher Geschichte. Genau dahin möchte ich die Zuschauer mitnehmen. Deshalb folgt der Film der Logik von Querverbindungen zwischen Zeiten, Orten, Menschen und Gedanken. Und er unterläuft eine Reihe von Konventionen, die das Vater-Sohn-Filmgenre hervor gebracht hat.

Ich bin durchaus traurig gewesen während dieser Arbeit. Einem Vater nahe zu kommen, der für immer fort ist, all diesen losen Enden und unabgeschlossenen Geschichten zu begegnen – das war nicht immer leicht. Noch mehr aber war ich fasziniert von Peters unglaublichem Lebensweg und der Komplexität seines Charakters. Es war ein spannendes Doppelspiel: Sohn zu sein und zu bleiben, aber auch ein Fremder und Geschichtenerzähler. Weder wollte ich urteilen, noch einen Film machen, der eigentlich ein Film über mich selbst wäre. Ich glaube, paradoxerweise hat mich gerade die Suche nach dem, was an Peters Leben auch für andere relevant sein könnte, meinem Vater besonders nahe gebracht. Seinen innersten Gedanken, seiner Arbeit, seiner Suche nach sich selbst in seiner Zeit. Ich habe mir dann jedoch erlaubt, seine Psychologie auf ihn selbst anzuwenden. Etwas mit dem er begonnen hatte, was er meine Meinung nach aber nicht abschließen konnte. Manchmal musste ich dafür die engen Grenzen missachten, die er selbst um sein Privatleben zog. Dann habe ich inGedanken versucht, mit ihm darüber zu sprechen. Einmal hat er sogar geantwortet. Er blickte mich kopfschüttelnd an und sagte: "Simon, Du fragst zu oft um Erlaubnis. Ich habe das nie getan."


Simon Brückner

Festivals

31. Internationales Dokumentarfilmfestival München 2015

Gewinner: VIKTOR DOK.deutsch 2015

Jurybegründung

„Ein Film im Dazwischen von Geschichte und Lebensgeschichte. Ein Film der uns einen Menschen nahebringt, den wir kaum kannten, aber gern kennen würden. Peter Brückner war ein Intellektueller von untypischer Offenheit. Ein politischer Mensch, für den die Bezeichnung Dissident ein Ehrentitel war. Und ein Gezeichneter, der seine Wunden ins Produktive zu wenden verstand. 'Aus dem Abseits' erinnert an diesen Vergessenen. Vor allem aber stellt uns Regisseur Simon Brückner seinen Vater vor, den er selbst nie richtig kennenlernte. 
'Aus dem Abseits' ist sensibel und virtuos in der Verwendung vielfältiger Mittel. Ein Film, der über das fragmentarische Wesen der Erinnerung, vielleicht des Dokumentarischen per se, erzählt - ihre Fragilität und Konstruiertheit. Auf diese Weise macht er Peter Brückner wieder lebendig. Wir wollen ihn lesen, mehr wissen, ihn kennenlernen - den Intellektuellen, wie den Vater.“

 

Festivals Deutschland

2015, Kasseler DokFest 

2015, Kinofest Lünen 

 

Festivals International

2015, FFM World Film Festival Montreal 

Pressematerial & Downloads

 

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Jetzt im Kino!!

Jetzt im Kino

 

PREMIERE in Berlin

am 01.12.2015 - um 20:00 Uhr - Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

 

KINOSTART am 03.12.2015

 

BERLIN

03. - 09.12.2015 Brotfabrik

am 06.12.2015 - 18:00 Uhr - fsk Kino - Filmgespräch mit Simon Brückner

03. - 09., 20.12.2015 fsk Kino

am 05.12.2015 - 18:00 Uhr - Lichtblick-Kino - Filmgespräch mit Simon Brückner

03. - 09.12.2015 Lichtblick-Kino

am 03.07.2016 - 15:30 Uhr - Bundesplatz-Kino - Filmgespräch mit Simon Brückner

 

BREMEN

am 19.04.2016 City 46 - Filmgespräch

21. - 26.04.2016 City 46

 

FRANKFURT

am 05.07.2016 Naxos.kino - Filmgespräch mit Simon Brückner

 

FREIBURG

24. - 27.01.2016 Kommunales Kino

am 27.12.2016 Kommunales Kino

 

HALLE

am 14.04.2016 Kino Zazie

 

HAMBURG

am 24.05.2016 B-Movie

 

HANNOVER

am 18.01.2016 Kommunales Kino - Filmgespräch mit Simon Brückner, Theo Becker, Manfred Lauermann u.a.

18. - 20.01.2016 Kommunales Kino

am 22.01.2016 Kino im Sprengel - Filmgespräch mit Theo Becker und Manfred Lauermann

22. - 23.01.2016 Kino im Sprengel

am 13.06.2016 Technische Informationsbibliothek - Filmgespräch mit Simon Brückner

 

HEIDELBERG

am 24.02.2016 - 19:00 - Karlstorkino - Filmgespräch mit Simon Brückner

25.02. - 02.03.16 Karlstorkino

 

KASSEL

am 14.06.2016 - Universität Kassel - Filmgespräch mit Simon Brückner

 

KÖLN

am 19.01.2016 - 20:30 Uhr - Filmhaus - Filmgespräch mit Simon Brückner

 

MANNHEIM

04. - 10.02.2016 Cinema Quadrat

 

NEUSTRELIZT

25. - 27.02.2016 fabrik.kino

 

OLDENBURG

08. - 10.02.2016 Cine-K

 

REGENSBURG

9. + 16.12.2015 Filmgalerie

 

SEEFELD

10. - 16.12.2015 Kino Breitwand

 

SIMMERN

am 24.05.2016 Pro-Winzkino

 

WIEN - AT

am 21.01.2016 Schikaneder - Filmgespräch mit Simon Brückner