StandesgemaessPlakate

Standesgemäß

Ein Dokumentarfilm von Julia von Heinz
D 2008, Farbe, 87 Min.

Hintergrund

Wenn eine adelige Frau unter Stand heiratet, also sagen wir, einen Friseur ehelicht, dann ist sie nicht nur ihren Titel los, sondern auch ihren guten Namen und ihren adeligen Bekanntenkreis. Wenn ein adeliger Mann dasselbe macht, ist alles anders. Die Friseurin wird zur Frau mit Titel und alles ist in Butter.

Zugegeben: Das klingt wie ein Luxusproblem. Der Dokumentarfilm von Julia von Heinz aber ist viel mehr, als ein augenzwinkernder Blick auf adelige Singlefrauen, die ihren Prinzen suchen. Einfühlsam schwingt sie sich in die Leben ihrer drei Protagonistinnen ein. Sie fächert deren Gefühlswelten auf, zeichnet drei eindringliche menschliche Portraits und stimmt gleichzeitig einen Abgesang auf eine aussterbende Parallelgesellschaft an.
Eine mitreißende Geschichte über bizarre, längst überwunden geglaubte Relikte wie das „Mannesstammprinzip", die Sehnsucht nach Liebe, die Emanzipation vom eigenen Elternhaus und die Suche nach dem Weg in die Moderne.

„Standesgemäß" feierte seine Premiere vor begeistertem Publikum in ausverkauften Kinos bei den Hofer Filmtagen 2008.

 

StandesgemaessPlakate

Standesgemäß

Ein Dokumentarfilm von Julia von Heinz
D 2008, Farbe, 87 Min.

Hintergrund

Wenn eine adelige Frau unter Stand heiratet, also sagen wir, einen Friseur ehelicht, dann ist sie nicht nur ihren Titel los, sondern auch ihren guten Namen und ihren adeligen Bekanntenkreis. Wenn ein adeliger Mann dasselbe macht, ist alles anders. Die Friseurin wird zur Frau mit Titel und alles ist in Butter.

Zugegeben: Das klingt wie ein Luxusproblem. Der Dokumentarfilm von Julia von Heinz aber ist viel mehr, als ein augenzwinkernder Blick auf adelige Singlefrauen, die ihren Prinzen suchen. Einfühlsam schwingt sie sich in die Leben ihrer drei Protagonistinnen ein. Sie fächert deren Gefühlswelten auf, zeichnet drei eindringliche menschliche Portraits und stimmt gleichzeitig einen Abgesang auf eine aussterbende Parallelgesellschaft an.
Eine mitreißende Geschichte über bizarre, längst überwunden geglaubte Relikte wie das „Mannesstammprinzip", die Sehnsucht nach Liebe, die Emanzipation vom eigenen Elternhaus und die Suche nach dem Weg in die Moderne.

„Standesgemäß" feierte seine Premiere vor begeistertem Publikum in ausverkauften Kinos bei den Hofer Filmtagen 2008.

 

Inhalt

Inhalt

„Standesgemäß" portraitiert drei adelige Singlefrauen zwischen traditionellem Anspruch und Alltag, zwischen Schloss und Plattenbau, zerrissen von den Erwartungen der Eltern, die sie nicht mehr erfüllen können, und den tief verinnerlichten eigenen Ansprüchen.
Wenn sie weiter zum Adel gehören wollen, müssen sie einen adeligen Mann heiraten oder alleine bleiben, denn innerhalb des Adels gilt das „Mannesstammprinzip".

Gräfin Alexandra von Bredow lebte ein wildes Leben mit rauschenden Bällen. Heute bewohnt sie eine Einzimmer-Wohnung und lebt davon, Perlenketten herzustellen. Im Alter von 48 Jahren findet sie nach Depressionen und Rückschlägen endlich die große Liebe.

Baronesse Alexandra von Beaulieu Marconnay, Oboistin und Lehrerin, hat nach dem Tod des Vaters eine enge Beziehung zu ihrer Mutter. Beim Umzug in eine neue Stadt nützen ihr ihre adeligen Verbindungen, um dort Fuß zu fassen. Doch es fällt ihr schwer, aus dem Schatten der Mutter und der mächtigen Ahnenreihe zu treten.

Verena von Zerboni di Sposetti hat mit Mädcheninternat und Jurastudium eine elitäre Erziehung genossen. Mit der Entscheidung, ihren Beruf als Rechtsanwältin aufzugeben und etwas völlig anderes zu machen, katapultiert sie sich aus der adeligen Gesellschaft heraus und muss sich ganz neu orientieren.

Ein Film über drei Außenseiterinnen und den skurrilen Mikrokosmos des deutschen Adels.

Credits

Stabliste

Produktion: Kings&Queens Filmproduktion GbR - Julia von Heinz & John Quester
In Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Südwestrundfunk

Regie: Julia von Heinz
Buch: Julia von Heinz, John Quester
Produktionsleitung: John Quester
Redaktion: Thomas Sessner, Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri
Kamera: Marcus Winterbauer, John Quester, Axel Schneppat
Schnitt: Frank Brummundt
Musik: Matthias Petsche
Ton: David Urban
Sprecher: Clemens von Ramin

mit

Verena von Zerboni di Sposetti
Alexandra Freiin von Beaulieu-Marconnay
Alexandra Gräfin von Bredow

Alexandra Brandner
Dr. Horst von Zerboni di Sposetti
Constanze von Eyb
Marco d' Avola
Andrea Freifrau von Beaulieu-Marconnay
Prof. Dr. jur. Dr. jur. habil. Gerrick von Hoyningen-Huene
Dr. Iris Baronin von Hoyningen-Huene
Ruth Gräfin von Bredow
Otto Dietrich Graf von und zu Egloffstein
Peter Birk

 

Pressestimmen

 

Pressestimmen

„Ein toller Film über die archaische Welt namens „Adel" und die Frage, welche Rolle eigentlich der Status eines Partners in der Liebe spielt."
Jetzt/Süddeutsche Zeitung

„Einfühlsame wie kämpferische Doku."
Abendzeitung

„großartige Dokumentation...schonungs-, aber nicht lieblos."
Frankfurter Rundschau

„Julia von Heinz beobachtet aufmerksam und wirft einen elegischen Blick in die welt des deutschen Adels."
FAZ

„Die Komik...ist zum Schießen."
Süddeutsche Zeitung

„Eine Dokumentation der Extraklasse: Spannend, komisch, bewegend."
Nürnberger Zeitung

Biografie Julia von Heinz

Biografie Julia von Heinz

Die in Berlin geborene Julia von Heinz absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Kamerafrau, ehe sie zur Regie wechselte. Zwischen 2001 und 2003 entstanden ihre Kurzspielfilme „dienstags", „Doris" und „Lucie und Vera", die allesamt preisgekrönt wurden. Von 2005 bis 2006 arbeitete sie als künstlerische Mitarbeiterin von Rosa von Praunheim an der HFF Potsdam Babelsberg. Im Jahr 2007 drehte sie ihren ersten Kino-Langfilm „Was am Ende zählt", der auf der Berlinale 2007 seine Premiere feierte und danach weltweit zu Festivals eingeladen wurde. „Standesgemäß" ist der erste Dokumentarfilm von Julia von Heinz, die damit bereits zum dritten Mal einen Film in Hof vorstellt.

Interview

Interview mit Julia von Heinz

Adlige Single-Frauen und ihr Problem, den richtigen Mann zu finden - erzählen Sie doch bitte, wie Sie auf dieses Thema gekommen sind?
Das Thema lag bei mir fast schon auf der Hand. Ich bin selber aus einer adeligen Familie. Und dann habe ich - jetzt wo wir alle auf die Mitte 30 zugehen - festgestellt, dass vermehrt adelige Frauen in meinem Umfeld allein bleiben und hab mich mal gefragt, woran liegt das eigentlich?
Und dann ist mir aufgegangen, dass das ja richtig institutionell verankert ist im Adelsgesetz, denn als Frau darf man sich nicht unter Stand binden, sonst fliegt man aus der adeligen Gesellschaft raus. Die adeligen Männer hingegen dürfen heiraten, wen sie wollen, und dementsprechend stehen da relativ viele Frauen relativ wenigen Männern gegenüber.

War Ihnen gleich klar: Das ist ein Dokumentarfilm?
Nein, wir hatten einen Spielfilmstoff entwickelt und ich habe Thomas Sessner vom Bayerischen Rundfunk von dem Projekt erzählt. Er war erstmal skeptisch und meinte: „So was gibt es heute noch? Da würde ich ja gerne einen Dokumentarfilm drüber sehen." Und dann dachte ich: „Dokumentarfilm habe ich noch nie gemacht", aber schon auf der Bahnfahrt nach Hause, kam mir: „Na klar!" Und dann habe ich mich gleich in die Recherche gestürzt.

Mögen Sie uns bitte kurz aufklären, um was für eine Art Adel es sich bei Ihnen handelt? Sind Sie Gräfin, oder so etwas?
Nein, ich bin untitulierter Adel, einfach Julia von Heinz. Und ich bin ein Beispiel dafür, wie man es nicht macht. Ich hab nämlich bürgerlich geheiratet und hab meinen adeligen Namen behalten. Und das darf man wirklich nicht. Das ist verpönt. Das sagt auch die Baronesse Alexandra von Beaulieu Marconnay im Film ganz klar: Wenn man den bürgerlichen Namen annimmt, ist man raus. Aber wenn man den eigenen behält, dann ist man ganz raus. Ich hab es trotzdem gemacht. Ich hab ihn aber nicht an meine Kinder weitergegeben, da war ich dann brav.

Obwohl die Ständegesellschaft schon lange abgeschafft wurde, übt der Adel auf das gemeine Volk doch eine ungeheuere Anziehung aus. - Denken wir nur an all die bunten Blätter. Warum nur?
Man nimmt wohl an, das sind privilegierte Menschen, die in einer etwas schöneren Welt leben als man vielleicht selber. Wie bei Popstars, die guckt man sich gerne an und will so ein bisschen teilhaben an so einem Leben.

Hätten Sie diesen Film drehen können, wenn Sie nicht selbst von Adel wären?
Nein! Denn erstens weiß ich, wie meine Protagonistinnen sich fühlen, weil ich ganz viel davon auch fühle. Und natürlich waren alle mir gegenüber offener, weil ich auch diesen Hintergrund habe und weiß, wie ich mich zu benehmen habe, wenn ich auf die Menschen zugehe.

Welche Benimmregeln gibt es denn da genau?
Tischmanieren werden ganz hochgehalten: Keine Ellenbogen auf den Tisch, immer Serviette auf dem Schoß, gerade sitzen. Dann die Begrüßung: Älteren Damen gegenüber macht man einen Knicks. Der Mann gibt einer verheirateten Frau einen Handkuss. Und: Man schreibt Briefe und da muss man die richtige Anrede kennen - eine sehr codierte Welt.

Ihr Film hat zwei Seiten. Eine zutiefst menschliche, in der wir uns einfühlen in die Schicksale dreier Frauen. Und dann eine sehr komische, in der verzweifelte Sätze fallen wie „Wohin mit dem Meissen?" Hatten Sie Angst davor, den Adel zum Gespött zu machen?
Das könnte man leicht, es gibt für mich aber keinen Film her. Ich investiere nicht ein Jahr meines Lebens, um jemanden vorzuführen. Das bringt es nicht. Natürlich: Allein wenn ich sage, es geht um adelige Singlefrauen, habe ich den Lacher auf meiner Seite, und es liegt auf der Hand, dass es sich hier um ein Luxusproblem handelt. Wir haben es ja hier nicht mit wirklicher Not zu tun. Das Augenzwinkern ist immer mit drin.

Und nun handelt Ihr Film ja durchaus nicht nur von amourösen Notlagen blaublütiger Damen, sondern er ist ein Abgesang auf eine ganze Welt...
Standesgemäß" steht auf keinen Fall nur fürs Heiraten. Das steht auch insgesamt für das standesgemäße Leben. Die Männer erben die Titel und die Häuser, die Frauen die Depressionen. Gleichzeitig fühlen sie sich oft der Familientradition viel mehr verpflichtet und wollen diese in die nächste Generation tragen. Das ist auch ein Film übers Aussterben.

Es lief doch gerade die Serie im Fernsehen - „Gräfin gesucht", da haben die Männer doch viel Spaß?
Die Männer sitzen in ihren fetten Buden und laden sich die Mäuschen ein. Die unstandesgemäßen natürlich, ist ja auch gar kein Problem, die werden ja alle Gräfin danach.

Sollen wir da nun traurig sein, dass die Glanzzeiten des Adels vorbei sind?
Nein, gar nicht, sondern Frauen sollen aufhören, so einem gewissen Status hinterherzulaufen. Das ist, finde ich, die Botschaft. Man muss sich befreien, um glücklich zu werden. Und das betrifft ja nicht nur adelige Frauen. Frauen sind ja grundsätzlich nicht bereit, sich unterm eigenen Status zu binden. Wir wollen immer hochgucken und einen Mann haben, der womöglich ein bisschen erfolgreicher ist usw. Und umso dünner wird ja die Luft. Je erfolgreicher die Frauen alle werden, desto mehr bleiben sie ja auch Single.

Da kommt Ihr Film im Hochglanz-Gewand daher und entpuppt sich bei genauerem Hinschauen ja richtig als feministisch-kämpferisch?
Ich wünsche mir, dass er auch als politischer Film wahrgenommen wird, dass wir merken, es gibt hier wirklich noch Parallelgesellschaften. Mitten in so einem demokratischen Land gibt es noch diese patriarchalische Struktur. Das zu zeigen ist mir wichtig. Und ich wünsche mir, dass der Film die Leute einfach berührt und natürlich emotional auch auf die Seite von den Frauen zieht.

Festival und Preise

Festival und Preise

Bisherige Festivalteilnahmen:

Internationale Filmtage Hof 2008
Dokumentarfilmfest Kassel 2008
International Filmfestival Sofia
Internationales Frauenfilmfestival Dortmund/Köln
Internationale Filmtage Bozen

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Termine

BERLIN

23.04. - 29.04.2009  Kino Xenon

07.05. - 28.05.2009  Tilsiter Lichtspiele

26.05.2009               Tilsiter Lichtspiele 18:00 Uhr Vorstellung in Anwesenheit der Regissseurin

HANNOVER

11.06. - 17.06.2009  Apollokino