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IM FEUER - ZWEI SCHWESTERN

Regie: Daphne Charizani

D / GR 2020, 93 min., OmU, FSK: tba

Rojda ist gebürtige Kurdin und Soldatin bei der deutschen Bundeswehr. Als ihre Mutter aus dem Irak flieht und ihre Schwester dort vermisst wird, lässt sie sich in ihre alte Heimat versetzen, um ihre Schwester zu suchen. Im Irak bildet sie zusammen mit ihren Kameraden kurdische Peschmergakämpferinnen aus. Doch plötzlich steht sie mitten im Kampf und muss sich entscheiden.

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IM FEUER - ZWEI SCHWESTERN

Regie: Daphne Charizani

D / GR 2020, 93 min., OmU, FSK: tba

Rojda ist gebürtige Kurdin und Soldatin bei der deutschen Bundeswehr. Als ihre Mutter aus dem Irak flieht und ihre Schwester dort vermisst wird, lässt sie sich in ihre alte Heimat versetzen, um ihre Schwester zu suchen. Im Irak bildet sie zusammen mit ihren Kameraden kurdische Peschmergakämpferinnen aus. Doch plötzlich steht sie mitten im Kampf und muss sich entscheiden.

Inhalt

Inhalt

Rojda ist eine junge Bundeswehrsoldatin mit kurdisch-irakischen Wurzeln, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt. Sie sucht in einem griechischen Flüchtlingslager nach ihrer Mutter Ferhat. Als sie sich nach sehr langer Zeit endlich wiederfinden, ist die Freude groß. Leider hält sie nicht lange an, denn Rojda muss erfahren, dass ihre Schwester Dilan noch im Irak ist. Rojda gelingt es, ihre Mutter nach Deutschland zu holen. Ihre Schwester kann sie jedoch nicht erreichen. Als das Telefon klingelt und Dilan von kurdischen Kämpferinnen spricht, bekommt es Rojda mit der Angst zu tun. Sie beschließt, sich nach Erbil im Irak versetzen zu lassen, um ihre Schwester zu finden. Im Irak angekommen, gewinnt sie bald das Vertrauen der Kämpferinnen, aber je mehr sie nach ihrer Schwester sucht, desto mehr gerät sie zwischen die Fronten.

 

Credits

Stabliste

Regie & Buch: Daphne Charizani

Kamera: Falko Lachmund

Schnitt: David J. Rauschning

Casting: Ulrike Müller

Produktionsleitung: Vassilis Tzanidis, Marc Wächter

Szenenbild: Thomas Freudenthal, Yula Zoiopoulou

Kostüm: Jutta Krämer

Make-up: Manuela Barnbeck

Sound-Design: Manuel Laval

Mischung: Adrian Baumeister

Musik:  Florian Tessloff

 

Cast: Almila BAGRIACIK, Zübeyde BULUT, Maryam BOUBANI, Christoph LETKOWSKI, Gonca DE HAAS, Niels Bruno SCHMIDT, Lucas PRISOR, Yiannis NIAROS

Pressestimmen

Pressestimmen


„Weil die Dialoge so unpathetisch und echt sind, schafft Charizani eine überzeugende Szenerie zwischen Kriegsruinen, karger Landschaft und verlassenen Dörfern.“ - Katrin Hartmann, MOZ
https://www.moz.de/nachrichten/kultur/berlinale-perspektive_-_im-feuer_-von-daphne-charizani-49333486.html


Das bewegende Kinodebüt der Drehbuchautorin und Regisseurin Daphne Charizani, gehört zu den betont unheroischen und trotzdem packenden Heldinnengeschichten, die die Perspektive Deutsches Kino dominieren.“ - Gunda Bartels, Tagesspiegel
https://www.tagesspiegel.de/kultur/perspektive-deutsches-kino-es-ist-zeit-fuer-heldinnen/25566022.html

“Overall, the story of Sisters Apart is moving, and its mise-en-scène is neat and convincing, supported by some sophisticated, well thought-out writing and character development. Here, Charizani delivers a mature, credible portrait of three troubled women, and does not hesitate to highlight both their strengths and their weaknesses, providing each of them with a powerful closure to their narrative arc.” - Davide Abbatescianni, Cineuropa
https://cineuropa.org/en/newsdetail/393917/

„Im Feuer“ hebt sich von actionreichen Kriegsfilmen ab. Ganz leise, manchmal sogar in vollkommener Stille, findet Charizani einen emotionalen Zugang zum Thema. Sie inszeniert nicht die Zerstörung, sondern die psychologische Wirkung eines Krieges. Zwischenzeitlich droht der Film ins Kitschige abzudriften.“ - Lea Gronenberg, filmloewin.de
https://filmloewin.de/kurdisches-filmfestival-2020-im-feuer/

Biografie

Biografie

Geboren in Thessaloniki, aufgewachsen in Griechenland und Deutschland. Sie studierte Bühnenbild in Paris sowie Politik in Hamburg. Ihr Dokumentarfilm Make Up lief 1999 im Forum und bekam den Hessischen Drehbuchpreis. Ihr Spielfilm Madrid wurde 2003 auf dem Filmfest München in der Reihe Neues Deutsches Kino für den Drehbuchpreis nominiert und mit dem Hessischen Filmpreis für den besten Kinofilm ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit Ina Weisse entstanden die Drehbücher für Das Vorspiel und Der Architekt, der 2009 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis den Drehbuchpreis erhielt.

Filmografie

1999 Make Up; Dokumentarfilm

2004 Madrid

2020 IM FEUER - ZWEI SCHWESTERN (Sisters Apart)

 

Interview

Interview

IM FEUER - ZWEI SCHWESTERN erzählt die Geschichte von Rojda, einer deutschen Soldatin mit kurdischen Wurzeln. Von Anfang an spürt man, dass Identität ein zentrales Thema des Films ist. Wie haben Sie sich diesem Thema, das in der zeitgenössischen Gesellschaft so häufig auftritt, angenähert?

Dem Thema musste ich mich nicht annähern. Da ich in Griechenland geboren bin und in Deutschland lebe - lebe ich es auch. In meinem ersten Spielfilm „Madrid“ erzählte ich schon von einer Figur zwischen den Kulturen. Etwas, was mir natürlich vom Gefühl her sehr nah ist. Trotzdem bin ich neugierig, ob dieses Gefühl, das ich als Deutsch-Griechin habe, auch andere, mit einer anderen Migrationsgeschichte, so empfinden. Die Kurden sind ja schon vor hundert Jahren nach Deutschland immigriert, meist flohen sie nicht aus ökonomischen Gründen, sondern weil sie in ihren jeweiligen Ländern verfolgt wurden. Da in Deutschland Migrationsgruppen nur nach Staatsangehörigkeit erfasst werden, ist es schwer ihre genaue Zahl zu bestimmen. Bisher lebten ca. 800 000 Kurden hier, nach der Flüchtlingswelle, sind es wohl annähernd eine Million.

Was haben Sie bei der Arbeit an dieser Geschichte inspiriert? Wie war der Prozess - von der Entwicklung der Idee, zum Drehbuch bis zum großen Leinwand?
Bei der Recherche zu einem anderen Projekt lernte ich auch Bundeswehrsoldatinnen kennen, die einen afghanischen und kurdischen Migrationshintergrund hatten. Die Gespräche mit ihnen und der Einblick in ihre Biographien haben mich sehr bewegt. Seit vielen Jahren ist die Bundeswehr in diesen Ländern durch das Mandat des Bundestags aktiv, und diese junge Soldaten kehren in das Land ihrer Eltern zurück, aber in der Uniform ihrer neuen Heimat. Ich empfinde das wie eine große Metapher für die Gegenwart auch hier in Deutschland, in der Kriege und ihre Konsequenzen für die Menschen sehr nahe gerückt sind, obwohl die deutsche Gesellschaft selbst ja seit dem 2.Weltkrieg in Frieden und Sicherheit lebt. Diesen Kontrast fand ich unbedingt erzählenswert. Für dieses Thema hatte ich schon sehr früh die Unterstützung von meinem Produzenten Thanassis Karathanos und Claudia Tronnier von der ZDF Redaktion Das kleine Fernsehspiel bekommen, so dass ich mit ihrer Unterstützung das Drehbuch entwickeln konnte. Schließlich bekamen wir auch die Unterstützung von Viola Fügen und dem griechische Produzent Kostas Lambropoulos. Der Dreh in Griechenland, Deutschland und dem Irak war aufregend und ich war sehr froh, mit Falco Lachmund einen Kameramann an meiner Seite zu haben, der eine starke Visualität mit wenigen Mitteln erzeugen kann und total flexibel ist. Und mit meinem meinem Editor David Rauschnig hatte ich einen intensiven, inspirierenden Prozess der Montage, so dass Im Feuer jetzt auf der Leinwand zu sehen ist.

Der politische Kontext, in dem sich Rojdas Geschichte entfaltet, ist äußerst Komplex. Sie haben vor der Dreharbeit sogar Recherche in Irak durchgeführt. Würden Sie mit uns Ihre Erfahrung darüber teilen?
Können Sie einen etwas detaillierteren Einblick in die politische Lage dieser Region durch die Zeugenaussagen aus erster Hand, die Sie gesammelt haben, geben? Ich bin das erste Mal 2017 in den Nordirak gefahren und war auf dem kurdischen Filmfestival in Dohuk. Mit Hilfe von Mehmet Aktas konnte ich dort mit kurdischen Kämpferinnen und Kämpfern sprechen, aber auch mit vielen anderen Menschen. Die meisten hatten gerade durch den Terror des Islamischen Staates Freunde und Angehörige verloren, dass war alles schon sehr schockierend und traurig. Die Peschmerga haben sich praktisch die Ausrüstung zusammengeholt und gegen den IS um ihr Überleben gekämpft. Sie schätzten die deutsche Hilfe. Klar, sie konnten natürlich schon kämpfen, das hatten sie den meisten deutschen Soldaten voraus, aber Bsp. ohne die deutsche Panzerabwehrrakete Milan wäre es sehr schwer geworden, die Selbstmord-Attentate des IS zu stoppen, die mit Autos voller Bomben in die Verteidigungslinien der Peschmerga rasten. Durch die Ausbildung und die Waffenunterstützung der Bundeswehr wurde ganz praktisch etwas für ihre Selbstverteidigung getan.

Neben den politischen Kontext muss Rojda, wie viele anderen Kurdinnen, soziale Einschränkungen, die in ihrem kulturellen Umfeld verankert sind, bekämpfen. Können Sie mit uns manche Einblicke in die kurdische Gesellschaft teilen? Welche Rollen haben Frauen im kurdischen kulturellen Kontext? Wie hat sich ihre Lage in den letzteren Zeiten geändert? Inwieweit können sich Frauen aus anderen kulturellen Hintergründen mit Rojda identifizieren?
Rojda lebt ja nicht in der kurdischen, sondern in der deutschen Gesellschaft. Mich hat interessiert, wie jemand, der hier lebt, mit den Erwartungen der Familie aus dem Nordirak, oder anderen kurdischen Gebieten, konfrontiert wird. Einerseits ist man weg, andererseits ist man immer - ob man will oder nicht – damit verbunden. Dass trifft nicht nur auf die Kurden zu. Das trifft genauso Bsp. auf Ägypter, Italiener oder Franzosen zu, die entschieden haben, in Deutschland zu leben. Dass man immer zwei Kulturen ausbalancieren muss, die sich in manchen Punkten ähnlich sind, sich in anderen wieder extrem unterscheiden, und dass man die immer wieder im Alltag und vor allem in der Familie ausgleichen muss.

Sowohl Rojda als auch ihre Schwester sind Soldatinnen, die sich aber in unterschiedlichen Gesellschaften befinden. Wie könnte man behaupten, dass beide Geschwister einen ähnlichen Weg im Leben begangen haben?
Beide Frauen tragen Uniformen und doch sind die Gründe dafür sehr verschieden. Bei meiner Recherche erstaunte mich, dass nicht wenige Soldaten mit Migrationshintergrund betonten, mit ihrem Dienst auch das demokratische Gesellschaftssystem in Deutschland zu verteidigen, neben der Tatsache, dass die Bundeswehr natürlich auch einen Arbeitsplatz bietet. Bei ihrer Schwester Dilan ist es anders, da ist es einfach der pure Überlebenskampf. Keiner verteidigte die Kurden vor dem IS, also mussten sie es selbst machen. Trotz dieses Unterschieds findet sich bei beiden Frauen aber eine Gemeinsamkeit: In Familien, die aus solchen Ländern kommen, in denen der Krieg manchmal über Jahrzehnte allgegenwärtig ist, hört und lebt man mit Krieg und Gewalt. Und das gilt ja für beide Schwestern. Das ist manchmal die Gemeinsamkeit des Lebens, dass man jemandem gegenübersteht, der aus ganz anderen Gründen die gleiche Entscheidung getroffen hat – und auf einmal erkennt man sich im anderen wieder ...

Die Hauptdarstellerin, Almila Bagriacik, hat einen ähnlichen Hintergrund wie Rojda – sie ist in einem anderen Land geboren, aber in Deutschland aufgewachsen. Wie wurde sie in das Projekt hineingezogen? Und wie war es, mit ihr zu arbeiten?
Ich habe mir zusammen mit der Casterin Ulrike Müller überlegt, wer für die Rolle der Rojda überhaupt möglich wäre. Wir haben lange gesucht und uns sehr zeitnah für Almila Bagriacik entschieden. Sie ist zwar keine Kurdin, aber dafür türkischer Herkunft und da der Konflikt von Rojda universeller für Migranten hier ist, hat sie das sofort verstanden. Mir war auch sehr wichtig, dass sie eine Physis mitbringt, die man ihr als Soldatin abnimmt. Das sind ja Menschen, die eine gewisse Grundphysis haben müssen. Ich wollte auch jemanden, der keine Abneigung hat, eine Bundeswehruniform zu tragen. Das macht den Zugang zu der Figur gleich so zu, wenn jemand denkt: iii Bundeswehr! Wir haben dann jemanden von der Bundeswehr dazu geholt, der mit ihr die Basics des soldatischen Verhaltens übt. Mir war aber auch sehr wichtig, dass ich Darstellerinnen habe, die aufgrund ihrer eigenen Biographien einen viel engeren oder direkteren Zugang zum Hintergrund der Geschichte haben. So wie in der Rolle der Berivan, Zübeyde Bulut, eine Deutsch-Kurdin, die selbst als Kind nach Deutschland geflüchtet ist oder Maryam Boubani, eine iranische Kurdin. Bis hin zum griechischen Flüchtlingslager. Die Menschen, die man dort sieht, sind geflüchtete Kurden, die in Griechenland um Asyl gebeten haben. Ich hatte das Gefühl, das bin ich ihnen irgendwie schuldig, Darsteller und Darstellerinnen zu haben, die um die aktuelle Brisanz wissen.

 

Festivals

Festival Deutschland und Preise

Weltpremiere: 23. Februar 2020 Berlinale / IFF Berlin; Sektion: Perspektive Deutsches Kino

Filmkunstfest MV/Schwerin 2020, Deutschland
Husumer Filmtage 2020, Deutschland
Kurdisches Filmfestival 2020 in Berlin, Deutschland

 

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Das Datum des Filmstarts wird zeitnah hier veröffentlicht.