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Das starke Geschlecht

Regie: Jonas Rothlaender

D 2021, Dokumentarfilm, 102 Minuten, 5.1, Stereo, Deutsch und Deutsch mit englischen Untertiteln

Der Regisseur Jonas Rothlaender konfrontiert verschiedene Männer mit anonymen Statements anderer Männer zu ihren sexuellen (Grenz-) Erfahrungen und den damit verbundenen Rollenbildern. Daraufhin beginnen die Protagonisten offen über die eigene Sexualität nachzudenken und von ihren Erfahrungen zu berichten. DAS STARKE GESCHLECHT ist eine Reflexion über männliche Sexualität, ihre Machtstrukturen und Stereotype von Männlichkeit unserer Gegenwart

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Das starke Geschlecht

Regie: Jonas Rothlaender

D 2021, Dokumentarfilm, 102 Minuten, 5.1, Stereo, Deutsch und Deutsch mit englischen Untertiteln

Der Regisseur Jonas Rothlaender konfrontiert verschiedene Männer mit anonymen Statements anderer Männer zu ihren sexuellen (Grenz-) Erfahrungen und den damit verbundenen Rollenbildern. Daraufhin beginnen die Protagonisten offen über die eigene Sexualität nachzudenken und von ihren Erfahrungen zu berichten. DAS STARKE GESCHLECHT ist eine Reflexion über männliche Sexualität, ihre Machtstrukturen und Stereotype von Männlichkeit unserer Gegenwart

Inhalt

Inhalt

„Wenn fast jede Frau aus meinem Umfeld schon mal sexuelle Belästigung oder Gewalt erlebt hat, was sagt das dann über meine männlichen Freunde und mich selbst aus?“ DAS STARKE GESCHLECHT erforscht das gegenwärtige Verständnis männlicher Sexualität und hinterfragt Stereotype von Männlichkeit. Welchen gesellschaftlichen Idealen sehen sich Männer verpflichtet und welche Traditionen lassen sich in unserem Verständnis von Männlichkeit brechen? Regisseur Jonas Rothlaender konfrontiert verschiedene Männer mit anonymen Geständnissen und Erfahrungsberichten anderer Männer zum Thema Sexualität und Begehren. Aufbauend auf ihrer Stellungnahme dazu, reflektieren die Männer mit bemerkenswerter Offenheit ihr eigenes Verhalten und die Eigenschaften, die für sie Männlichkeit ausmachen. Was machen gesellschaftliche Konventionen mit der eigenen Sexualität und inwieweit formt die Fremdwahrnehmung den Umgang mit Schwächen und Emotionen? Neben der Diskussion über die Ansprüche an sich selbst, werden auch die Erwartungen an die jeweiligen Partnerinnen und Partner reflektiert. Traditionelle und moderne Rollenbilder treffen aufeinander.2 Immer wieder wird Dominanz in den Gesprächen als männliches Attribut genannt. Doch wann wird ein Machtspiel zum Übergriff? Und wie geht man mit der daraus resultierenden Schuld um? Der Film schaut hinter die Fassade von Stärke und Dominanz und spürt Mechanismen der Fremdbestimmung auf. DAS STARKE GESCHLECHT ist eine Reflexion darüber, was Männlichkeit heute bedeutet.

 

Credits

Stabliste

Buch und Regie: Jonas Rothlaender
Produzenten: Luis Singer & Dennis Schanz
Produktion: StickUp Filmproduktion GmbH & Co. KG
Koproduktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Redaktion: Rolf Bergmann, Franziska Schulz-Elmalih
Producerin: Julia M. Müller
Kamera und Originalton: Andreas Hartmann
Montage: Carlotta Kittel (BFS) & Kai Eiermann (BFS)
Sounddesign: Julian Cropp
Musik: Julius Pollux Rothlaender
Regieassistenz: Lorenz Reck
Dramaturgische Beratung: Andres Veiel

gefördert von:
Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmförderung Hamburg-Schleswig Holstein, Deutscher Filmförderfonds


Produktionsleiter RBB: Rainer Baumert
Filmgeschäftsführung: Andrea Göpfert
Postproduktionskoordination: Luisa Leopold
Bild- und Tonpostproduktion: The Post Republic Hamburg
Inhouse Producer: Christoph Hars
Digital Intermediate Supervisor, Colorist: Nils Petersen
Mischtonmeister: Julian Cropp
Mischtonmeisterassistent: Eneko Ezguerro Gómez
VFX Supervisor: Frank Hinrichs
Titel Design: Thomas Carls
Untertitel und barrierefreie Fassung: Way Film GmbH, Matthew Way

 

Pressestimmen

Pressestimmen

Hier gibt es bald erste Pressestimmen zum Film.

 

Biografie

Biografie

Regisseur Jonas Rothlaender wurde 1982 in Lübeck geboren. Von 2007 - 2015 studierte er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Sein Spielfilmdebüt FADO wurde bei seiner Weltpremiere auf dem Max-Ophüls-Preis mit dem Preis fur̈ die beste Regie ausgezeichnet. Nach diversen weiteren Auszeichnungen startete FADO im September 2016 bundesweit im Kino und wurde anschließend mit dem Preis der deutschen Filmkritik für das beste Spielfilmdebuẗ 2016 ausgezeichnet. Für sein neues dokumentarisches Projekt DAS STARKE GESCHLECHT wurde er zu diversen internationalen Residenzen eingeladen (u.a. Villa Kamogawa in Kyoto). Neben dem Filmemachen inszeniert und schreibt er zusätzlich fürs Radio (Feature & Hörspiel).

 

FILMOGRAPHIE (Auswahl):


2021 DAS STARKE GESCHLECHT
102 Min. | Dokumentarische Form
StickUp Filmproduktion in Ko-Produktion mit RBB


2016 FADO
101 Min. | Spielfilm
StickUp Filmproduktion in Ko-Produktion mit DFFB, RBB, Primeira Idade und Atara Film


2015 FAMILIE HABEN
130 Min. | Dokumentarfilm
DFFB in Ko-Produktion mit Jonas Rothlaender


2014 AUF ANFANG
30 Min. | Mittellanger Film | DFFB


2011 JAGDGRÜNDE
30 Min. | Mittellanger Film | DFFB in Ko-Produktion mit RBB


2010 DAS HEMD
6 Min. | Kurzfilm | DFFB in Ko-Produktion mit arte

 

Interview

Interview mit JONAS ROTHLAENDER

Wie kamst du auf die Idee zu dem Film DAS STARKE GESCHLECHT?

Jonas: Das Thema "männliche Identität" beschäftigt mich schon lange, da ich selber einfach schon sehr lange mit meiner gehadert habe. Vor allem als ich noch jünger war, hatte ich immer das Gefühl, dass Männlichkeit eine Art eindimensionale Schablone war, in die ich einfach nicht so richtig passen wollte. Dabei waren die gesellschaftlichen Regeln ganz klar: "Passt du nicht in diese Schablone, dann bist du kein Mann." Und aus einer Rebellion gegen dieses Gefühl, kam dann schließlich auch der Ursprungsgedanke für dieses Projekt: Zum einen ging es mir darum, diese Normen zu hinterfragen und gleichzeitig zu erkunden, ob Männlichkeit nicht auch diverser und bunter gelebt werden könnte als diese eine enge Schablone. Über die letzten Jahre habe ich dann zusammen mit Dennis und Luis von der StickUp Filmproduktion diverse Formate zum Thema Männlichkeit und männliche Identität entwickelt,

Ein wiederkehrendes Thema in all den verschiedenen Formaten war die männliche Sexualität, insbesondere die dunkle Seite von männlicher Sexualität, die mich besonders interessiert hat. Ich habe es immer als eine Art Stigma empfunden, dass die männliche Sexualität per se aggressiv sein soll. Als ich aufgewachsen bin hat es mich total gestresst, dass ich als mögliche Gefahr oder als Aggressor wahrgenommen werden könnte. Was dann dazu führte, dass ich teilweise dachte, ich könnte nicht alleine in der Nähe von einem Spielplatz sitzen, weil Leute denken würden, ich wäre ein Pädophiler oder ähnliches. Solche Gedankengänge werfen natürlich Fragen nach einem möglichen Abgrund oder nach etwas Dunklem in der eigenen Sexualität auf, das ich gerne erkunden, aber auch hinterfragen wollte. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der mich motiviert hat, den Film zu machen und die männliche Sexualität zu erkunden, war, als mir klar wurde, und das schon ein bis zwei Jahre vor der #metoo Bewegung, dass eigentlich fast jede Frau in meinem Umfeld schon mal irgendeine Form von Übergriff, sexueller Belästigung oder sogar Schlimmeres erlebt hat. Was dann für mich die Rückfrage aufgeworfen hat: Wenn das jetzt bei fast jeder Frau passiert ist, was sagt das im Umkehrschluss über meine männlichen Freunde und mich aus? Mein Ziel war es, zwei Ebenen des Dokumentarischen zu kreieren. Da ich gemerkt habe, dass es ist ziemlich schwer ist, Männer zu finden, die wirklich sehr offen und ehrlich über ihre Sexualität sprechen wollen, habe ich zu Beginn meiner Recherchen fast vierzig Männer anonym interviewt. Aus diesen Interviews habe ich dann Textpassagen genommen, die im Film dann von verschiedenen Männern vorgetragen, reflektiert und durchdacht werden. Durch die Konfrontation der Männer mit den Texten, entstand ein interessanter und wertvoller Austausch.

Wie lautete denn diese ganz besondere Casting Ausschreibung? Wie habt ihr eure Protagonisten gefunden?

Jonas: Der Film hatte am Anfang noch einen anderen Ansatz und ich hatte ursprünglich geplant, die Texte auch szenisch zu erarbeiten, aber nachdem ich gemerkt habe, welch eine Kraft diese Gespräche in ihrer Reduktion hatten, habe ich mich entschlossen, mich darauf zu fokussieren. Unsere Protagonisten haben wir über verschiedene Aufrufe in den sozialen Medien und durch Streetcastings gefunden. Wir haben sie gefragt, ob sie Interesse daran haben, reale Geschichten und Erfahrungsberichte zum Thema Geschlechterrollen, männliches Begehren und Sex nachzuspielen und zu diskutieren. Überraschen, provozieren oder vielleicht sogar Klischees bestätigen: Was ist für dich das Hauptziel des Films? Jonas: Mein Hauptziel ist, einen Dialog herzustellen und Leute zu einer Diskussion anzuregen. Das Interessante ist, dass die Zuschauenden in die unterschiedlichsten Gefühlslagen eintauchen. Ich glaube, dass auch viele Männer durch den Film provoziert sind. Mein Wunsch war schon immer, mich auf so eine Gratwanderung zu begeben. Mit dem Film wollen wir auf der einen Seite nicht nur irgendwelche Klischees reproduzieren, aber es ist uns auch wichtig, über bestimmte Stereotype zu reden, weil es sonst wirklichkeitsfern wäre. Mein Ziel ist es, immer genau zu gucken, was hinter der Fassade von beispielsweise einer gewissen Machoattitüde steckt und diese Dynamiken dann möglichst genau auszuloten und zu verstehen.

Was hat dich beim Dreh am meisten überrascht?

Jonas: Es gab zwei Dinge, die mich überrascht haben. Zum einen war das die Unsicherheit der Männer. Und das ist interessant, weil ich selber mit meiner eigenen männlichen Identität verunsichert war und teilweise auch immernoch bin. Also eigentlich ist es nichts Neues für mich, aber trotzdem hat es mich sehr überrascht. Zum anderen – und das war eine noch interessantere Erkenntnis – hat mich überrascht, dass es hinter all den Attitüden und Plattitüden und eben auch gerade hinter diesen ganzen Machosprüchen, doch eigentlich nur darum geht, was Frauen wollen. Beziehungsweise vermeintlich wollen. Jeder hat eine andere Antwort darauf, was eine Frau eigentlich will. Aber es geht nie darum, authentisch man selber zu sein. Sondern es geht immer darum, das weibliche Bedürfnis zu befriedigen und den Frauen zu imponieren. Nach all den Jahrhunderten von patriarchaler Dominanz. Und am Ende zählt eigentlich nur, was die Frauen wollen? Das ist doch ein krasser und interessanter Widerspruch in sich.

War es in manchen Situationen schwer für dich neutral zu bleiben bzw. deine eigenen spontanen Reaktionen und Gefühle zurückzuhalten?

Jonas: Eigentlich nicht. Es gab schon ein paar Momente, die nicht im Film gelandet sind, in denen ich klarmachen wollte, dass ich eine andere Meinungoder eine andere Haltung habe. Vor allem wenn mir Kommentare zu sexistisch oder rassistisch waren. Aber eigentlich ging es für mich immer eher darum, den Leuten einen Raum zu geben, in dem sie sich ausdrücken konnten. Denn meine Arbeit ist immer von dem Wunsch getrieben, etwas zu verstehen. Und nicht sofort zu bewerten, denn dann verschließe ich mich der Welt ja sofort und reproduziere nur meine eigene Wahrheit. Im Schnitt hinterher kann ich beeinflussen, welche Haltung der Film einnimmt. Ich muss die Leute nicht vor der Kamera irgendwie belehren oder zurechtweisen, sondern möchte ein Verständnis aufbauen und ihnen näherkommen.

Die männliche Perspektive war über viele Jahrhunderte dominierend. Erst seit wenigen Jahrzehnten rückt die weibliche Sichtweise in den Vordergrund. Ist dein Film, der komplett ohne eine weibliche Perspektive auskommt, trotzdem zeitgemäß?

Jonas: Auf jeden Fall, sonst hätte ich ihn nicht gemacht. Es ist grausam genug, dass es so lange gedauert hat, dass Frauen generell, aber auch in Fragen der Sexualität in den Vordergrund gerückt sind und sich den Platz endlich nehmen können. Ich sehe das Projekt als einen Beitrag, um in einen Dialog zu kommen. Ich glaube, das Einzige, was wirklich etwas verbessern kann, ist nicht von einer Dominanzhierarchie in die nächste zu gehen, sondern zu versuchen, eine Gleichheit herzustellen. Ich sehe den Feminismus für mich als Mann als eine unheimliche Chance, weil ich denke, dass er mir ermöglicht eine Gleichheit zu bekommen, die mir vorher nicht zugestanden wurde. Zum Beispiel selbstverständlich in Elternzeit gehen zu können oder offener Verletzlichkeiten und Unsicherheiten zeigen zu können. Ich denke, dass Männer begreifen müssen, dass das für sie eine Chance ist, und dass es nicht etwas ist, was sie bedroht. Zudem würde ich mir wünschen, dass Frauen sehen können, dass dieser Film der Versuch ist, einen Beitrag zu einem Dialog zu leisten, um Sachen zu verändern und sich auf Augenhöhe und in einem offeneren Austausch begegnen zu können. Teilweise gibt es im Film diese bestimmten Klischees von männlicher Sexualität, die aufgegriffen werden, aber auch nur, um sie zu hinterfragen beziehungsweise um zu schauen, was dahinter liegt.

 

Festivals

Festival Deutschland und Preise

Weltpremiere:

Internationales Filmfest München 2021

Achtung Berlin 2021

 

Pressematerial

Pressematerial

Jetzt im Kino

Bald im Kino

BERLIN Samstag, 11. September 2021, 19:30 Uhr, Babylon Berlin Mitte - Vorführung im Rahmen des Achtung Berlin Filmfestivals

BERLIN Sonntag, 12. September, 11:30 Uhr, Matinée mit Brunch, Lichtblick Kino - Vorführung im Rahmen des Achtung Berlin Filmfestivals

Kinostart tba